Psychiatrisch-psychotherapeutische Abklärungen und Diagnostik

Psychische Probleme haben in der Regel viele Ursachen. Psychische, biologische und soziale Ursachen greifen ineineander. Damit eine Therapie erfolgreich wird, braucht es ein umfassendes Verständnis der Ursachen. Die Diagnose erfolgt durch einen erfahrenen Psychiater im Gespräch, dies ist genauer als jeder Test. Selbstverständlich müssen mögliche medizinische Ursachen wie Schilddrüsenerkrankung, internistische oder neurologische Erkrankungen ausgeschlossen werden können.

Psychiater müssen Diagnosen stellen

Diagnostische Manuale wie ICD-10 oder DSM-V versuchen möglichst genau psychische Krankheiten zu diagnostizieren. Krankenkassen und Unfallversicherung bezahlen eine Behandlung nur, wenn eine psychiatrische Diagnose gestellt wird. Der Psychiater ist verpflichtet den Sozialversicherungen Auskunft über Diagnose, Behandlung und Prognose zu geben. So muss ich wohl oder übel immer eine Diagnose stellen, so wie das in der Medizin üblich ist.

Die Grenzen von krank und gesund sind fliessend

In der Wissenschaft ist aber längst klar: Es gibt keine klare Grenze zwischen krank und gesund, beispielsweise zwischen depressiv und nicht depressiv. Als junger Psychiater lernte ich noch, dass bei einer Depression einfach nur die Hirnbotenstoffe (Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin) aus dem Gleichgewicht geraten seien und Antidepressiva würden helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Heute wissen wir, dass die Psyche und das Hirn anders funktioniert wie das Herz oder die Schilddrüse.es nicht so einfach ist. z. B. die Schilddrüse: Wenn eine Unterfunktion der Schilddrüse besteht bringt man die Hormone wieder mit Hormontabletten ins Gleichgewicht. Das funktioniert wunderbar. So kann man Depressionen oder Erschöpfungszuständen, die als Ursache eine Schilddrüsenunterfunktion haben mit einer Hormonersatztherapie die Symptome innert Wochen heilen, ohne eine Psychotherapie. Unser Gehirn ist ein äusserst komplexer Informationsverarbeiter. Jeder Mensch verfügt über ein Netzwerk mit Milliarden von Nervenzellen, die durch aber Milliarden von Synapsen miteinander im Austausch stehen. Die Hirnbotenstoffe sind ein Teil dieser Maschinerie, aber sicher nicht das Grundproblem. Bei jeder psychischen Erkrankung beeinflussen sich eine Vielzahl von kleinen Problemen gegenseitig.

Ursachen erkennen sind der Anfang einer erfolgreichen Behandlung

Vor jeder Therapie steht eine Analyse der Ursachen. Bevor also eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung eingeleitet wird, muss abgeklärt werden, worum es sich handelt und welche Behandlungsmethode in Frage kommt. In den allermeisten Fällen ist diese Abklärung in wenigen Sitzungen möglich, oft sogar in einer Sitzung. Die Diagnostik ist in der Psychiatrie und Psychotherapie durch das freie Gespräch mit gezielten Fragen am effizientesten. Manchmal braucht es als Ergänzung noch das Ausfüllen eines Fragebogens oder bei Vd. Auf hirnorganische Störungen wie Tumor oder Demenz auch ein MRI oder eine hausärztliche Untersuchung mit Blutanalysen. In Ausnahmesituationen wird die Abklärung und Behandlung beim Spezialisten zum Beispiel im Schlaflabor bei Schlafstörungen oder bei hormonellen Fragen eine Konsultation beim Hormonspezialist empfohlen.

Ambulante oder stationäre Therapie

In weit über 90% der Menschen, die bei mir Hilfe wegen psychischer Probleme suchen ist eine ambulante psychiatrische Behandlung ausreichend. Am Anfang meist eine Stunde pro Woche, später weniger häufig. Es gibt Situationen in denen eine stationäre psychiatrische Behandlung notwendig ist. Das kann vorkommen bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz, mit schwerer Substanzabhängigkeit oder bei Menschen, die selbst- oder fremdgefährdet sind.

Ärztliche Schweigepflicht

Die ärztliche Schweigepflicht (Patientengeheimnis), stellt eine selbstverständliche Grundlage für jede ärztliche und therapeutische Tätigkeit dar. Das gilt für jeden Menschen, der urteilsfähig ist. Jugendliche gelten in der Schweiz ab 14 Jahren bezüglich einer ärztlichen Behandlung als urteilsfähig. Gegen ihren Willen darf ich weder den Eltern noch Lehrern oder anderen personen Auskunft erteilen. Wenn ich nicht explizit von der Schweigepflicht entbunden werden, darf ich Dritten gegenüber weder darüber Auskunft erteilen, wer sich bei mir in Behandlung befindet, noch darüber, was in der Behandlung thematisiert wird.

Zeugnisse

Zeugnisse, Berichte und Gutachten erstelle ich nur für Patienten, die bei mir in Behandlung sind. Nur bei Vorliegen einer schriftlichen Entbindung resp. Einverständniserklärung können Auskünfte schriftlich oder mündlich erteilt. In der Regel bezahlt der Auftraggeber die Zeugnisse und die Patienten müssen die Zeugnisse beim Auftraggeber einholen.