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Schizophrenie
Bei der Schizophrenie kommt es zu akuten Schüben
mit verschiedenen psychotischen Symptomen, die unter einer
Behandlung mit Neuroleptika in Kombination mit einer Psycho
und Soziotherapie bei den meisten Patienten wieder vollständig
abklingen. Trotz dieser Massnahmen nimmt die Schizophrenie
jedoch bei vielen Patienten einen chronischen Verlauf, der
oft eine lebenslange medikamentöse und psychiatrische
Behandlung erforderlich macht.
Die Schizophrenie ist eine schwerwiegende
psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen zeitweise nicht
mehr zwischen der Wirklichkeit und der eigenen Vorstellung
unterscheiden können. Nach den aktuellen Schätzungen
leiden weltweit rund 60 Millionen Personen an Schizophrenie,
wobei allein in der Schweiz um die 70'000 schizophrene Patienten
leben dürften. Trotz der Fortschritte bei der Therapie
der Schizophrenie geht die gut behandelbare akute Phase bei
zwei von drei Betroffenen in eine chronische Phase über,
in welcher die Patienten zumeist auf die Fürsorge von
Familie und sozialen Einrichtungen angewiesen sind.
Gestörte Reizübertragung
Bei der Entstehung der Schizophrenie spielen
verschiedene Faktoren eine Rolle, die aber trotz intensiver
Forschung noch nicht vollständig geklärt werden
konnten. Aufgrund der gegenwärtigen Erkenntnisse wird
angenommen, dass bei der Entwicklung der Erkrankung eine vermutlich
erblich bedingte Anfälligkeit sowie ein auslösendes
Ereignis wie eine psychisch belastende Lebenssituation oder
Drogenkonsum eine Rolle spielt. Als Ursache der Schizophrenie
wird eine Störung des DopaminStoffwechsels angenommen,
welche in einer bestimmten Region des Gehirns infolge eines
DopaminÜberangebot zu einer Reizüberflutung führt,
während in einer anderen Hirnregion wegen eines DopaminMangels
ein Reizdefizit entsteht.
Verzerrte Wahrnehmung
Die Schizophrenie zeigt verschiedene Erscheinungsformen,
wobei sich die Art und der Schweregrad der Symptome bei den
einzelnen Patienten unterscheiden und sich im Verlauf der
Erkrankung ändern können. Bei der Mehrheit der schizophrenen
Patienten treten positive Symptome auf, welche sich als über
die normalerweise erfahrenen Reize hinausgehende Empfindungen
wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen sowie IchErlebnisStörungen
äussern. Daneben kommen aber auch negative Symptome vor,
die auf ein Defizit der normalen Verhaltensmerkmale zurückzuführen
sind und Antriebsmangel, Affektarmut oder sozialen Rückzug
umfassen. Zusätzlich zu diesen Grundbeschwerden können
bei der Schizophrenie auch affektive Symptome, die durch depressive
oder gehobene Stimmungen gekennzeichnet sind, sowie kognitive
Symptome, die sich durch eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit
äussern, auftreten.
Schleichender Beginn
Die Schizophrenie beginnt zumeist Jahre vor
dem eigentlichen Ausbruch der akuten Symptomatik, wobei sich
aber während dieser kaum wahrnehmbaren Krankheitsphase
nur unspezifische Symptome wie Verhaltensänderungen,
depressive Verstimmung und sozialer Rückzug zeigen. Im
weiteren Verlauf tritt die akute psychotische Symptomatik
auf, die während Wochen bis Monaten anhalten kann und
bei ungefähr einem Drittel der Patienten die einzige
Episode bleibt. Bei den anderen Patienten kommt es jedoch
zu einem chronischen Verlauf, bei dem sich Schübe mit
akuten psychotischen Symptomen und Perioden mit weitgehender
Symptomfreiheit oder negativen Symptomen abwechseln.
Kein unabwendbares Schicksal
In der akuten Krankheitsphase der Schizophrenie,
die einen Klinikaufenthalt erfordern kann, steht die medikamentöse
Therapie mit Neuroleptika an erster Stelle aller Behandlungsmassnahmen.
Die Neuroleptika besetzen die Dopaminrezeptoren, so dass das
körpereigene Dopamin nicht mehr andocken kann. Auf diese
Weise können die Reizsignale nicht mehr übertragen
werden, was zum Abklingen der akuten psychotischen Symptome
führt. Bei den Patienten mit einem chronischen Verlauf
muss die Behandlung mit einem Neuroleptikum über mehrere
Jahre oder sogar lebenslang durchgeführt werden, um das
Risiko für einen Rückfall zu verringern.
Wiedereingliederung in den Alltag
Nachdem die akute Symptomatik abgeklungen
ist und der Patient wieder eine ausreichende Gesprächs
und Kooperationsbereitschaft erlangt hat, kann mit der Psycho
und Soziotherapie begonnen werden. Im Rahmen der Psychotherapie
wird der Patient über seine Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten
informiert, wodurch Ängste und Unsicherheiten abgebaut
werden können. Darüber hinaus werden mit dem Patienten
Strategien zur Vermeidung von psychischer Belastung und sozialen
Konflikten erarbeitet, um das Risiko für einen Rückfall
der Erkrankung zu vermindern. Des Weiteren werden mit Hilfe
der Soziotherapie die Rahmenbedingungen geschaffen, die dem
Patienten den Wiedereintritt in das normale Alltags und Berufsleben
erleichtern oder zumindest die Eingliederung in die Familie
oder in betreutes Wohnen und geschützte Werkstätten
ermöglichen.
Bewusster Umgang mit der Erkrankung
Da häufige Rückfälle den Verlauf
der Schizophrenie ungünstig beeinflussen, sollten die
Patienten aktiv dazu beitragen, einen Rückfall zu vermeiden:

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Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmässig ein |

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Suchen Sie in regelmässigen Abständen
Ihren behandelnden Arzt auf |

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Achten Sie genau auf Ihre Symptome |

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Falls sich die Beschwerden verstärken oder
neue Symptome auftreten, kontaktieren Sie sofort Ihren
Arzt |

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Konsumieren Sie kein Haschisch oder andere Drogen |
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Dr. med. Kurt April
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
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