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Depression – eine Krankheit
wie jede andere auch!
Bei Personen mit Depressionen sind die für
die Übertragung von Nervensignalen im Gehirn verantwortlichen
Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin vermindert, wodurch
die charakteristische depressive Stimmungslage hervorgerufen
wird. Zur Behandlung von Depressionen stehen wirksame Psychotherapien
zur Verfügung, die zusammen mit Antidepressiva in der
Regel zu einer Heilung der Erkrankung führen.
Bei der Depression handelt es sich um eine
ernst zu nehmende Erkrankung, die sowohl für die Betroffenen
als auch für deren Angehörige eine enorme Belastung
darstellt. Die Depression ist eine sehr häufige psychische
Erkrankung, die jede Person in jeder Lebenssituation treffen
kann.
Nach den aktuellen Schätzungen leidet
ungefähr jeder zehnte Erwachsene irgendwann im Laufe
seines Lebens an einer Depression, wobei Frauen ungefähr
zwei- bis dreimal so häufig betroffen sind wie Männer.
Die Depression als eigentlich gut behandelbare Erkrankung
ist mit einer relativ hohen Sterblichkeit verbunden, da ungefähr
10 Prozent der unbehandelten depressiven Personen Suizid begehen.
Belastendes Erlebnis als Auslöser
Obwohl die Ursachen der Depression bis anhin
noch nicht vollständig geklärt werden konnten, sind
mittlerweile verschiedene an der Entstehung dieser Erkrankung
beteiligte Faktoren erkannt worden. So wird aufgrund des heutigen
Verständnisses angenommen, dass bei der Entwicklung der
Depression die Lebensgeschichte und eine vererbte Anfälligkeit
eine Rolle spielen. Bei Personen mit einer entsprechenden
Verletzlichkeit kann die Erkrankung durch eine stark belastende
Lebenssituation – beispielsweise durch den Tod einer
geliebten Person, den Verlust des Arbeitsplatzes oder durch
anhaltende Konflikte – ausgelöst werden.
Mangel an Botenstoffen
Die Depression wird durch eine Störung
des komplexen Gleichgewichtes von bestimmten Botenstoffen
im Gehirn hervorgerufen, welche für die Übertragung
von Informationen zwischen den Nervenzellen verantwortlich
sind. So sind bei depressiven Patienten die beiden Botenstoffe
Serotonin und Noradrenalin nicht in ausreichender Menge vorhanden,
was zu einer Störung der Informationsübertragung
im Gehirn und damit zu einer Veränderung der Stimmungslage
führt.
Anhaltende Niedergeschlagenheit
Depressionen können sich mit einer Vielzahl
von unterschiedlichen Symptomen äussern, welche die Gedanken,
die Wahrnehmung, die Gefühle und das Verhalten betreffen.
Die charakteristischen Symptome der Depression sind eine starke
und anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel und Interessensverlust,
welche vielfach von Konzentrationsstörungen, Hoffnungslosigkeit
und Versagensängste begleitet sind. Darüber hinaus
kommt es zu Schlafstörungen und zu einem sozialen Rückzug,
und viele depressive Patienten werden von Suizidgedanken gequält.
Zusätzlich zu diesen seelischen Problemen
können bei Depressionen aber auch körperliche Beschwerden
auftreten, welche von Kopf- und Rückenschmerzen über
Atem- und Herzbeschwerden bis zu Magen-Darm-Problemen und
Unterleibsschmerzen reichen.
Rechtzeitig Hilfe einholen
Bei einer Depression sollte sich die betroffene
Person – anstatt den enormen Leidensdruck monatelang
durchzustehen – unbedingt an den Arzt wenden, da bei
depressiven Patienten durch eine Psychotherapie und die gezielte
medikamentöse Behandlung eine Heilung erreicht werden
kann. Für die medikamentöse Behandlung stehen verschiedene
Antidepressiva zur Verfügung, deren Einsatz entsprechend
dem Schweregrad der Depression und den vorherrschenden Symptomen
erfolgt. Die Antidepressiva regulieren die gestörte Informationsübertragung
zwischen den Nervenzellen, indem sie den natürlichen
Abbau von Serotonin und Noradrenalin hemmen oder die Rezeptoren
dieser Botenstoffe besetzen und dadurch deren Wiederaufnahme
in die Nervenzellen unterdrücken. Auf diese Weise wird
die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn erhöht, was
zu einer Verbesserung der Informationsübertragung und
damit zu einer Aufhellung der depressiven Stimmungslage führt.
Nach Abklingen der depressiven Symptome wird die medikamentöse
Behandlung in der Regel während sechs bis zwölf
Monaten fortgesetzt, um das Risiko für das Wiederauftreten
der Erkrankung zu verringern.
Psychotherapie wichtig
Bei den depressiven Patienten spielt die Psychotherapie
eine wichtige Rolle, wobei sich vor allem die interpersonale
Therapie und die Verhaltenstherapie als wirksam erwiesen haben.
Im Rahmen der interpersonalen Therapie werden die zwischenmenschlichen
Beziehungen, die Lebensgeschichte und die Situationen erörtert,
welche die Depression verursacht haben. Ausserdem werden den
Patienten Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie mit Belastungen
und Konflikten umgehen können.
Die Verhaltenstherapie zielt darauf, die bei
der Erkrankung vorhandenen falschen Verhaltens- und Denkweisen
durch Gespräche zu erkennen und im Alltag zu korrigieren.
Leiden Sie an Depressionen?
Falls bei Ihnen eines der ersten beiden Symptome
und fünf weitere Symptome während zwei Wochen ununterbrochen
vorhanden sind, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

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Gedrückte Stimmung |

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Interessensverlust und Freudlosigkeit |

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Verminderter Antrieb |

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Deutlicher Gewichtsverlust oder deutliche Gewichtszunahme |

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Schlafstörungen |

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Körperliche Unruhe oder Verlangsamung |

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Energieverlust oder Müdigkeit |

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Verunsicherung und Verlust des Selbstwertgefühles |

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Konzentrationsstörungen und verminderte Denkfähigkeit |

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Wiederkehrende Selbstmordgedanken |
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Dr. med. Kurt April
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
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